Datum: 2. Juli 2008 um 23:00
Alarmierungsart: Funk
Einsatzort: Sinzig
Einheiten und Fahrzeuge:

Weitere Kräfte: Feuerwehr Ahrweiler , Feuerwehr Sinzig , Feuerwehr Sinzig – LG Franken , Feuerwehr Sinzig – LG Koisdorf , Feuerwehr Sinzig – LG Löhndorf , Feuerwehr Sinzig – LG Westum , Feuerwehr Sinzig – LZ Bad Bodendorf , Polizei Remagen , Rettungsdienst Remagen , THW OV Sinzig 


Einsatzbericht:

Gegen 23:00 Uhr am 02. Juli 2008 wurden zur Unterstützung der Feuerwehr Sinzig die DLAK 23/12 per Funk alarmiert, da die Kameraden/-innen der Einheit Remagen sich gleichzeitig im Unwettereinsatz ( siehe TH-Einsätze) befand. Sofort rückte das Hubrettungsfahrzeug zum Dachstuhlbrand eines 2 ½ geschossigen Wohnhauses nach Sinzig aus. Gleichzeitig wurde ebenfalls der Löschzug Bad Bodendorf nachalarmiert. Schnell war den Einsatzkräften klar, dass sich keine Personen im Haus befanden, da diese sich im Urlaub befanden. Nachdem ein erster Innenangriff unter PA keinen nennenswerten Erfolg verzeichnen konnte, wurden nach Eintreffen des zweiten Löschzuges 2 Einsatzabschnitte gebildet. Im rückwärtigen Bereich der Stadtvilla brachten die Einsatzkräfte aus Bad Bodendorf mehrere Strahlrohre im Außenangriff in Stellung. Im vorderem Einsatzabschnitt wurde die DLAK in Stellung gebracht, um die Brandbekämpfung von oben und vorne durchzuführen. Vom Korb aus wurde zuerst mittels Wendestrahlrohr und im weiteren Verlauf mittels C-Rohr die Brandbekämpfung durchgeführt. Die Wasserversorgung und weitere C- Rohre zur Unterstützung wurden durch die Kameraden der Einheit Sinzig sicherge-stellt. Im weiteren Einsatzverlauf, um genügend PA und Träger zu Verfügung zu haben, wurden die Einheiten aus Westum, Löhndorf, Franken, Koisdorf, der GW-AS aus Ahrweiler und der komplette Löschzug der Einheit Remagen angefordert. Außerdem wurde neben der Beleuchtung vom Korb der DLAK weiteres Beleuchtungsmaterial benötigt, welches durch das THW, Ortsverband Sinzig mittels ihres MZKW großräumig die Einsatzstelle ausleuchtete. Die Korbbesatzung öffnete von mittels Axt und Einreißhaken die Dachhaut bzw Dachgauben, das Feuer bekämpfen zu können. Große Probleme bereitete hierbei eine abgehängte Decke in der großen Dachgaube, wo die Flammen immer wieder aufloderten. Weiterhin wurde auch die Verpflegung der Einsatzkräfte durch das THW sichergestellt. Von Seiten der Feuerwehr wurde das Feuer in der Zwischenzeit von teilweise bis zu 4 Trupps im Innenangriff, 5 im Außenangriff und 1 Rohr über die Drehleiter bekämpft. Nach rund einer Stunde war ein erster Löscherfolg zu erkennen, allerdings machte die enorme Brandlast und die Holz- und Lehmdecken den Feuerwehrleuten enorme Schwierigkeiten. Durch die entstandenen Brandschäden am Dachstuhl verlor ein gemauerter Kamin immer mehr an Stabilität. Von daher entschloss man sich in der Einsatzleitung den Kamin vorsorglich abzureißen, um keine Einsatzkräfte bei einem eventuellen Einsturz zu gefährden. Die ersten Kräfte konnten die Einsatzstelle verlassen, darunter auch die Einsatzfahrzeuge der Einheit Remagen, außer der Besatzung der DLAK und des KdoW. Vom Gerätehaus in Sinzig rückte der Gerätekraftwagen mit Seilwinde und schwerem gerät aus, mit dessen Hilfe der Kamin abgetragen wurde. Ein hinzugezogener Statiker beurteilte weiterhin die gesamte Stabilität der Bauteile( Dachstuhl, Zwischendecken u.s.w.). Gegen 04:24 Uhr konnte dann allmählich mit den Aufräum- und Nachlöscharbeiten begonnen werden. Im Dachgeschoss mussten die Arbeiten aber immer noch unter Atemschutz durchgeführt werden, da teilweise noch Brandnester und Rachentwicklung vorhanden war. Während den gesamten Löscharbeiten wurde auch die Wärmebildkamera der Feuerwehr aus Ahrweiler eingesetzt, welche sehr hilfreich war, um Brandnester zu lokalisieren. Um weiteren Schaden zu verhindern, begann man teilweise Wertgegenstände zu bergen und das eingesetzte Löschwasser mittels Wassersauger aufzunehmen. Nachdem der Brand gelöscht war, wurde mittels Mittelschaumrohr über das Wendestrahlrohr ein Schaumteppich über das Dachgeschoss gelegt, um ein wiederaufflackern der Flammen zu verhindern. Die Bestatzungen der DLAK und des KdoW verblieben bis 05:45 Uhr an der Einsatzstelle. Endgültiges Einsatzende war für die Sinziger Wehrleute am Nachmittag des 03.Juli, nach fast 20 Stunden Einsatzdauer. Bilanz des Großbrandes: 103 Feuerwehrleute, mit 18 Fahrzeugen, 14 Helfer des THW mit 2 Fahrzeugen, 5 Rettungskräfte mit 2 Fahrzeugen des DRK. Der Sachschaden geht in die Hunderttausende, aber zum Glück wurden keine Personen verletzt. Zur Brandursache kann von Seiten der Feuerwehr nichts genaues gesagt werden. Es ist aber nicht auszuschließen, dass das Feuer durch einen vorhergehenden Blitzeinschlag während des Unwetters entstanden ist.